Bund Naturschutz
Ortsgruppe Wörth
Bürgersolardach

 

Bürgersolardach Wörth am Netz!

Die Fotovoltaikanlagen auf dem Dach der Grund- und Hauptschule in Wörth und dem Dach des nahegelegenen Lehrerwohnhauses sind installiert und speisen seit Mitte Mai bzw. Ende Juni 2004 umweltfreundlich erzeugten Solarstrom in das öffentliche Stromnetz ein.

Es wurden zwei Anlagen mit insgesamt 43,75kW installiert. Pro Jahr wird eine Solarernte von mehr als 40.000kWh Solarstrom erwartet.

Am 01.01.2004 ist das Vorschaltgesetz zur Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes in Kraft getreten. Es gewährleistet für dachmontierte Solarstromanlagen mit einer Leistung von bis zu 30kW über 20Jahre eine Vergütung von 57,4ct pro Kilowattstunde.




 


Die Fotos zeigen die beiden Dachflächen mit den installierten Solarmodulen. Die Modulfläche beträgt etwa 330m².

 

Weitere Informationen:

Wozu Solardächer?

Was ist ein Bürgersolardach?

Bürgersolardach Wörth

Finanzierung und Gewinnerwartung

Gibt es Risiken?

Was bringt es der Umwelt?

Gemeindeeigene Fotovoltaikanlage

Bericht über das Solardach im Bayern 3


Weitere Infos

Kontakt








 

Wozu Solardächer?

Die fossilen Energieträger wie Öl, Kohle und Gas dominieren heute unsere Energieversorgung. Bei der Verbrennung setzen sie in weit größerem Maß das Treibhausgas Kohlendioxid frei, als von der Pflanzenwelt wieder zu Sauerstoff regeneriert werden kann. Dies führt zum bekannten Treibhauseffekt und in der Folge zum Klimawandel mit seinen sich immer stärker abzeichnenden Auswirkungen. Des Weiteren sind diese Vorräte begrenzt, ebenso wie die Uran-Vorräte, so dass in den nächsten Jahrzehnten mit einer deutlichen Preissteigerung für die Energieversorgung gerechnet werden muss.

Die Lösung dieser Problematik liegt in der Einsparung von Energie, in der Steigerung der Effizienz von Energieverbrauchern, sowie insbesondere in der Nutzung von Solarenergie mit ihren Formen Solarstrahlung (Wärme oder Strom), Windkraft, Wasserkraft und Biomasse, d.h. im Umstieg auf erneuerbare Energieträger. Die Sonne schickt im Jahr 150 mal mehr Primärenergie nach Bayern als für die bayerische Energieversorgung benötigt wird.

Für die Markteinführung der erneuerbaren Energien gibt der Gesetzgeber Anreize, um einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen, damit die Nachfrage zu erhöhen und die Preise sinken zu lassen. So hat das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) zu einem wahren Boom von Solarstromanlagen geführt, allein in Bayern sind in den letzen Jahren etwa 40.000 Fotovoltaikanlagen ans Netz gegangen.

  

Was ist ein Bürgersolardach?

Um engagierten Bürgern, die am Umstieg zu den erneuerbaren Energien aktiv mitwirken wollen, aber über kein oder kein geeignetes Dach verfügen, die Möglichkeit dazu zu geben, sind in den letzen Jahren aus verschiedenen Initiativen heraus hunderte von Bürgersolaranlagen entstanden, allein im Landkreis Erding 5 Anlagen und mehrere sind noch im entstehen.

 

Bürgersolardach Wörth

Auch in unserer Gemeinde gibt es Nachfrage nach einer finanziellen Beteiligung an einer Bürgersolaranlage. Hierfür werden die südlichen Dachhälften der Grund- und Hauptschule in Wörth sowie des nahegelegenen Lehrerwohnhauses von der Gemeinde für zunächst knapp 25 Jahre kostenfrei zur Verfügung gestellt.
Für das Bürgersolardach in Wörth wurden mehrere verschiedene Organisationsformen für Betreibergemeinschaften verglichen und schließlich die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gewählt. Herr Tilo Notka und Herr Prof. Dr. Martinetz, beide aus Hofsingelding, konnten als Geschäftsführer der eigens zu diesem Zweck gegründeten „Bürgersolardach Wörth GbR“ gewonnen werden. Über den ortsansässigen Elektroinstallationsbetrieb Elektro Notka werden günstige Konditionen für Installation und Betrieb der Anlage gewährleistet. An der „Bürgersolardach Wörth GbR“ beteiligen sich interessierte Bürger aus der Gemeinde Wörth als Gesellschafter. Jeder Gesellschafter (einschließlich der beiden Geschäftsführer) bringt eine Einlage in € ein. Die Beziehung untereinander einschließlich Aufgaben und Vergütung der Geschäftsführer sind im Gesellschaftervertrag geregelt.

 

Finanzierung und Gewinnerwartung

Die Investitionskosten betrugen etwa 204.000€ (ohne Mehrwertsteuer). Etwa 1/3 brachten die Gesellschafter über ihre Einlagen ein. Etwa 2/3 wird über das KfW-Umweltprogramm (Kreditanstalt für Wiederaufbau) finanziert. Das Darlehen läuft über zehn Jahre. Der Zins ist über die volle Laufzeit festgeschrieben.
Mit einer installierten Leistung von 43,75kWp wird ein Stromertrag von ca. 40.700 kWh pro Jahr erwartet. Der erzeugte Strom wird vollständig in das Netz der Sempt Elektrizitäts Werke (SEW) eingespeist und von dieser vergütet.
Die Einspeisevergütung von 57,4ct/kWh für Dachanlagen bis 30kWp ist nach in Kraft Treten des Vorschaltgesetzes zur Novelle des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) am 01.01.04 für 20 Kalenderjahre plus dem Jahr des Beginns der Einspeisung festgeschrieben.
Während der ersten beiden Betriebsjahre wird wegen der Abschreibung ein steuerlicher Verlust ausgewiesen. Voraussichtlich ab 2006 beginnen die jährlichen Ausschüttungen. Bis zum Ende der Festschreibung der Einspeisevergütung, d.h. bis Ende 2024 werden Ausschüttungen in mehr als dreifacher Höhe der Einlage erwartet.
Danach könnte die Fotovoltaikanlage mit der noch vorhandenen Liquidität demontiert und entsorgt werden. Allerdings wird die Anlage voraussichtlich darüber hinaus wirtschaftlich Strom erzeugen und dem Anleger Einnahmen bescheren können.

 

Gibt es Risiken? 

Der Betrieb eines Solardaches ist prinzipiell mit allen Chancen und Risiken unternehmerischen Handelns verbunden. Deshalb werden eine Betriebshaftpflichtversicherung sowie eine Feuer-, Sturm- und Hagelversicherung abgeschlossen. Das Risiko eines Totalverlustes durch Terror, Krieg oder Atomunfall kann nicht ausgeschlossen und auch nicht versichert werden, ist aber als sehr gering einzuschätzen.

Der Hersteller der Solarmodule gewährt eine Leistungsgarantie von 25 Jahren, die Gewährleistungsfrist für die Wechselrichter beträgt 5 Jahre. Des Weiteren wird die Anlage von einer kompetenten Geschäftsführung betreut. Zusammen mit der Einspeisevergütung über 20 Jahre kann somit das wirtschaftliche Risiko als eher gering eingeschätzt werden.

 

Was bringt es der Umwelt?

Das Bürgersolardach hat einen Stromertrag, der dem Verbrauch von 13-14 Haushalten entspricht. Dabei wird über 20 Jahre des Betriebs eine CO2-Einsparung von 560.000kg erzielt.

Die Beteiligung an einem Bürgersolardach ist eine lobenswerter Beitrag zum Umstieg auf erneuerbare Energieträger und bringt die Zukunftstechnologie Fotovoltaik voran.

 

Gemeindeeigene Fotovoltaikanlage

Bereits seit etwa 3 Jahren liefert die gemeindeeigene Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Bauhof Wörth regenerativ erzeugten Strom ins Netz der SEW. Auch das Entstehen dieser Anlage geht auf eine Initiative der BN-Ortsgruppe Wörth/Hörlkofen zurück.


Die Fotovoltaikanlage auf dem Bauhofdach hat eine Leistung von 10,56kWp.

 

Bericht über das Solardach im Bayern 3 

Der Radiosender "Bayern 3" sendete am 30.09.2004 im Rahmen des Energietages um 15:45 einen Beitrag über das Bürgersolarkraftwerk Wörth.
Moderator: Roman Roell
Reporterin: Katrin Kellermann

Um den Beitrag anzuhören, bitte hier klicken!

Weitere Infos

Verein Energiewende Erding:
www.energiewende-erding.de

Bürgersolardach in Finsing:
www.freizeit-in-finsing.de/agenda21/solar/buergerbeteiligung.htm

Bundesumweltministerium: Fachbereich Erneuerbare Energien:
www.erneuerbare-energien.de

 

 

Kontakt

Der Ansprechpartner des Initiators ist Herr Andreas Bartl aus Wörth, Tel. 08123/990256, e-mail: woerth@bund-naturschutz-erding.de
Betreuer der Website: Korbinian Riepl, e-mail: korbi@korbi-web.de